Tradition der Kräuterbuschen

Tradition der Kräuterbuschen

Seit sehr vielen Jahrzehnten gibt es Frauen in unserer Pfarrgemeinde St. Joseph, die zu Maria Himmelfahrt Kräuterbuschen binden. Die Kräuterbuschen werden dann am Feiertag feierlich in der Kirche geweiht. 10 Frauen trafen sich am Tag vor Maria Himmelfahrt im Roncallihaus. Den Weg zum Binden konnte man nicht verfehlen, das ganze Haus war vom Duft der Pflanzen erfüllt. Die Tradition sagt, dass die Buschen Heilkräfte besitzen. Der geweihte Kräuterbüschel bekommt noch heute in den Stuben einen Ehrenplatz. Man hängt ihn unter dem Dachboden auf, so soll er vor Blitzschlag schützen, unter dem Kopfkissen das Eheglück beeinflussen, im Viehfutter die Gesundheit der Tiere und im Kochtopf die des Menschen fördern. Meistens hängt er im Herrgottswinkel. Manche Kräuter haben eine ganz besondere Bedeutung in diesem Strauß: Die Königskerze beispielsweise ist Symbol für ein langes Leben und wird in der Mitte des Straußes angeordnet, so wie die Rose, die für Liebe und Harmonie steht. Das Johanniskraut schenkt in dunklen Wintermonaten Frohsinn, der Baldrian gilt als Glücksbringer, Liebstöckel hilft bei Lungenschmerzen und Wassersucht, der Rosmarin ist ein Kreislauf anregendes und stärkendes Mittel und viele mehr. Die Kräuterbuschen in Tutzing wurden mit ungefähr 25 verschiedenen Kräutern und Pflanzen gebunden, in den Gottesdiensten geweiht und für ein Projekt in Indien verkauft. Herzlichen Dank den fleißigen Frauen!