Mutter-Gottes-Kapelle

Mutter-Gottes-Kapelle

In Kampberg, zwischen Tutzing und Diemendorf, wo früher Torf gestochen wurde, entstanden nach dem Ersten Weltkrieg ärmliche Behausungen von Siedlern, die durch Arbeitslosigkeit, Not und Hunger in ihrer Existenz bedroht waren, aber nicht aufgeben wollten. 1927 sandte das Mutterhaus der Missionsbenediktinerinnen zunächst Sr. Emanuela, dann Sr. Innocentia von Wessobrunn zur caritativen und sozialen Betreuung, die in eine Missionierung mündete. 1949 konnte am Rande des Moores ein Muttergottes-Marterl mit kirchlichem Segen aufgestellt werden (heute nicht mehr vorhanden).

Nach zwei gut besuchten Missionen in Kampberg mit Kapellenwagen und Zelt der „Fahrenden Kirche“, durchgeführt von Würzburger Franziskanern, wurde der Wunsch nach einer kleinen eigenen Kirche laut. Sr. Innocentia, der „Apostel von Kampberg“ ruhte nicht bis das Bischöfliche Ordinariat in Augsburg die Genehmigung erteilte. Der erbetene Kirchplatz wurde von der Gemeinde Tutzing geschenkt, am 11. Oktober 1957 der Grundstein für das Mutter-Gottes-Kirchlein in Kampberg gelegt und 1958 die Kirche „Maria Patrona Bavariae“ durch H.H. Bischof Dr. Joseph Freundorfer geweiht.

Er sprach den Dank an Sr. Innocentia aus, „der ihrer opferbereiten Liebe Kraft gab, unermüdlich für dieses Haus Gottes zu schaffen“. Stiftern wie Konsul Georg und Barbara Frey, vielen Spendern und Helfern verdankt die Kirche ihr Entstehen und ihre Ausstattung. Die Turmglocke aus dem Jahre 1499, die älteste im Umkreis, läutet seither Sonntag für Sonntag zum Gottesdienst. Der Hauptaltar des Kirchleins ist der vom Bischof gestiftete neugotische Marienaltar, ein Triptychon mit der Muttergottes und dem Jesuskind auf der Haupttafel in der Mitte, links davon die Darstellung Jesu im Tempel, rechts auf dem Seitenflügel der lehrende 12jährige Jesus im Tempel. Ferner zieren eine spätgotische Madonna mit Kind (Holz, gefaßt) und ein Kruzifix (Holz, gefaßt, gotisch) mit lebensgroßem Heiland die Kirche.

Aus der Siedlung wurde in den Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg eine stattliche Ortschaft mit zahlreichen Handwerksbetrieben.