Kirchenchor feiert 100. Geburtstag

Kirchenchor feiert 100. Geburtstag

Jubiläumskonzert mit der Cäcilienmesse von Charles Gounod

Die Jubiläen häufen sich: Zuerst die Pfarrkirche, die jetzt 90 Jahre alt ist. Dann folgt der Kirchenchor St. Joseph – er begeht sogar seinen 100. Geburtstag. Aus diesem Anlass gibt es am Sonntag, 24. November, um 18 Uhr in der Pfarrkirche St. Joseph ein Jubiläumskonzert mit drei Werken französischer Komponisten. Bei der Aufführung der Cäcilienmesse von Charles Gounod und des 150. Psalms von César Franck kann der Kirchenchor sein hohes musikalisches Niveau präsentieren.

„Der Mann kann“

Zu Beginn wird das Orchester von St. Joseph von der Orgelempore aus zu hören sein. Denn die Kirchenmusikerin von St. Joseph, Helene von Rechenberg, hat als Entrée des festlichen Abends eine Orgelsymphonie, die 1. Symphonie d-Moll op. 42 von Felix Alexandre Guilmant (1837–1911), ausgewählt. Und da müssen Orchester und Orgel auf Tuchfühlung sein – die Musiker müssen sich gegenseitig gut hören können. Solist an der Sandtner-Orgel ist Prof. Klemens Schnorr, Meisterschüler Franz Lehrndorfers, Helene von Rechenbergs früherer Lehrer an der Hochschule für Musik in Freiburg und Domorganist am Freiburger Münster. Er konzertiert in ganz Europa und spielte für Rundfunk und Fernsehen Orgelwerke ein. Mehrmals wirkte Schnorr als Juror bei Internationalen Orgelwettbewerben mit, etwa in Graz, Königsberg, Moskau, Mailand oder Saragossa. In der Ulmer Presse wurde klipp und klar festgestellt: „Um es gleich zu sagen: Die Frage nach den technischen Qualitäten seines Spiels stellt sich bei Klemens Schnorr nicht. Der Mann kann.“ Helene von Rechenberg bezeichnet die Orgelsymphonie von Guilmant als „romantisches Glanzstück“, in der es zu einer Zwiesprache oder auch einem Wettstreit zwischen Orgel und Orchester kommt. Das Werk sei „ein Stück französischer Lebensfreude, die man unbedingt gehört haben muss“.

Mächtiges „Laudamus te“

Danach kann sich das Publikum wie gewohnt auf die Aufführungen im Altarraum konzentrieren. Den Schwerpunkt, auch von der Länge her, bildet die Cäcilienmesse. Das Werk von Charles Gounod (1818–1893) passt ausgezeichnet zu diesem Anlass, denn die Heilige Cäcilie ist die Patronin der Kirchenmusik, in der auch und vor allem das Lob Gottes angestimmt wird. Faszinierend hat es der Komponist gestaltet: Nach dem zarten, fast mystischen „Gloria in excelsis“ des Soprans hebt der Chor zu einem mächtig auftrumpfenden „Laudamus te“ an. Gesangssolisten in der „Messe solennelle en l’honneur de Sainte-Cécile“, wie die Messe vollständig heißt, sind Ines Bergk (Sopran), Sebastian Köchig (Tenor) und Eric Fergusson (Bass).

„Diese Einfachheit, diese Größe“

Gounods Messe weist eine üppige Besetzung mit großem symphonischen Orchester und Orgel auf. Der Komponist verlieh ihr in der Chor- und  Orchesterbehandlung starke opernhafte Züge. Sein Komponistenkollege Camille Saint-Saëns wohnte der Uraufführung als Zuhörer bei und schrieb später: „Die Aufführung der Cäcilienmesse rief eine Art Benommenheit hervor. Diese Einfachheit, diese Größe, dieses reine Licht, das sich über die Musikwelt wie eine Dämmerung breitete, setzte die Leute sehr in Erstaunen: Man fühlte, dass hier ein Genie tätig gewesen war . . . glänzende Strahlen gingen von dieser Messe aus . . . zunächst war man geblendet, dann berauscht und schließlich überwältigt.“

Lautstarkes „Halleluja“

Mit einem großen Lob auf Gott findet das Geburtstagskonzert des Kirchenchors einen krönenden Abschluss. Helene von Rechenberg hat sich dafür zu dem 150. Psalm von César Franck (1822–1890) entschieden. Dieser poetisch, religiöse Text aus der Bibel trägt den überschwänglichen Titel „Das große Halleluja“. Das Orchester ist extra groß mit zahlreichen verschiedenen Instrumenten besetzt, um der darin vorkommenden Forderung gerecht zu werden: „Lobt Gott in seiner mächtigen Feste, lobt ihn mit Posaunen, mit Psalter, Harfen und Zimbeln.“ Schließlich mündet die inbrünstige Hymne von Chor und Orchester in einem lautstarken „Halleluja“.

Eintritt: 27 und 22 Euro, ermäßigt für Schüler/Studenten 17 Euro. Karten sind im Vorverkauf erhältlich im Pfarrbüro St. Joseph, Kirchenstraße 10, Tel. 08158/993333, in der Buchhandlung Held, Hauptstr. 70, Tel. 8388 sowie im Tourismusbüro Tutzing, Leidlstr. 1, Tel. 258850, und an der Abendkasse.      

Ferdinand Goslich

Bildunterschrift:
Alle freuen sich auf das Jubiläumskonzert. Der Kirchenchor St. Joseph probt schon lange dafür. Helene von Rechenberg (vorn rechts mit gelbem Oberteil) wird am Dirigentenpult stehen.  Foto: Christian Binder