Ergreifendes Weihnachtsoratorium

Ergreifendes Weihnachtsoratorium

Das Konzert mit den Kantaten IV, V und VI von Johann Sebastian Bach gelang hervorragend
Viele Zuhörer waren nach diesem Konzert in der Pfarrkirche St. Joseph sichtlich ergriffen. „Großartig, so eine wunderbare Musik“, konnte man beim Hinausgehen hören. Das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach mit seinen Kantaten IV, V und VI hatte das Publikum durch die unvergleichliche Musik des Thomaskantors in seinen Bann gezogen. Zusätzlich vertiefte der religiöse Inhalt das Erlebnis. So oblag es dem Tenor Sebastian Köchig als Evangelisten, mit seiner wunderschönen Stimme die Suche der Drei Weisen aus dem Morgenland und das Auffinden des Jesuskindes zu schildern. Aber auch seine Arien gestaltete er sensibel und geschmackvoll, einfach mit Wohlklang.

Am Dirigentenpult stand Helene von Rechenberg, die Kirchenmusikerin, Organistin und Leiterin des Tutzinger Kirchenchors St. Joseph. Mit ihrer ausgewiesenen fachlichen Kompetenz sorgte sie für eine ausgewogene, homogene und hervorragend gelungene Aufführung. Schwungvoll, aber auch mit dem nötigen Fingerspitzengefühl leitete sie Chor und Orchester und bereitete den Zuhörern einen großen Abend, der noch lange nachhallen wird. Ausgesprochen feinfühlig und stilsicher legte das Deutsche Radio Kammerorchester, dessen Ruf bis nach China gedrungen ist, das instrumentale Fundament der Aufführung. Der Kirchenchor von St. Joseph, den Helene von Rechenberg monatelang auf dieses Ereignis vorbereitet hatte, bewies mit seinen sauber intonierten Chorteilen und seiner Präsenz, dass diese intensive Arbeit reiche Frucht getragen hat. Ergreifend war, wie der Chor den tiefgläubigen Sinn der Choräle interpretierte.

Mit den Solisten hatte Helene von Rechenberg vier Künstler von hoher Qualität gefunden. Bewunderung ist ihnen dafür zu zollen, mit welcher Leichtigkeit sie die schwierigen Koloraturen bewältigten, die Bach in seine Partitur geschrieben hatte. Mechthild Kiendl (Sopran) berührte die Zuhörer mit ihrer strahlenden, klaren und warmen Stimme. In der Echo-Arie sorgte Elsa Kodeda (ebenfalls Sopran) für einen berührenden Nachhall. Einen reizvollen Kontrast zu ihren beiden Kolleginnen lieferte Victória Real mit ihrem dunkel-schmelzenden Alt. Eric Fergusson schließlich komplettierte das Gesangsquartett mit seinem sonor klingenden Bass.

Die Konzertbesucher zeigten sich tief berührt von der fabelhaften Musik Johann Sebastian Bachs und den darin enthaltenen Mutmachern („Ich will dich mit Lust umfassen“). Lang anhaltender Beifall war der Dank für eine insgesamt imponierende Aufführung. Ferdinand Goslich