Der Frauenbund Tutzing unternahm am Samstag, 19. September 2026 einen Ausflug in den Eibenwald bei Paterzell. Von Christine Stedele, die uns durch diesen besonderen Wald führte, erfuhren wir viel Wissenswertes über diese interessanten Bäume.
Die Eibe ist ein immergrüner Baum, der für seine außergewöhnliche Langlebigkeit bekannt ist. Sie kann sehr alt werden und wächst dabei nur langsam in die Dicke. Ihren Lebenskreislauf von Werden und Vergehen kann man an alten Eiben besonders eindrucksvoll beobachten. Viele alte Bäume sind innen hohl, weshalb sich ihr Alter nur schwer anhand der Jahresringe bestimmen lässt.
Eiben sind sehr schattenverträglich. Sie können sogar im tiefsten Schatten keimen und wachsen und fügen sich in einem Mischwald gut in die zweite Reihe ein. Auch mit unterschiedlichen Störungen kommen sie gut zurecht. Selbst umgefallene Eiben können wieder austreiben, weshalb sie als äußerst robust gelten.
In dem Landschaftsschutzgebiet bei Paterzell wachsen etwa 2.000 Eiben. Damit befindet sich dort vermutlich einer der größten Eibenbestände Deutschlands. Typisch sind die rötliche Borke und die oft wild ineinander verdrehten Stämme. Durch den Wald mäandert Wasser, das Kalk ablagert. Dabei entsteht Tuffstein, der unter anderem aus verkalktem Moos besteht.
Die Eibe ist in fast allen Bestandteilen giftig, da sie das Gift Taxin enthält. Nur der rote Samenmantel der Früchte ist nicht giftig, während der Samen beziehungsweise Kern giftige Bestandteile enthält. Früchte bilden nur die weiblichen Eiben, während männliche Pflanzen Blütenstaub hervorbringen.
Das Holz der Eibe ist besonders hart, elastisch und haltbar. Früher wurde es unter anderem für die Herstellung von Bögen verwendet. Auch im Tauschhandel des 16. Jahrhunderts spielte Eibenholz eine Rolle. Die starke Nutzung führte dazu, dass viele Eiben abgeholzt wurden.
Heute wird die Natur in dem Gebiet weitgehend sich selbst überlassen. Ein Problem für den Nachwuchs ist jedoch der Wildverbiss: Das Wild frisst die jungen Eiben, sodass nur wenige nachwachsen. Eine weitere Besonderheit ist eine sehr alte Eibe, die durch Brandstiftung geschädigt wurde.
Die Eibe zeigt eindrucksvoll, wie widerstandsfähig und anpassungsfähig ein Baum sein kann. Sie verbindet langsames Wachstum, ein außergewöhnlich hohes Alter und eine besondere Fähigkeit zum Überleben – und macht dadurch den Kreislauf von Werden und Vergehen in der Natur sichtbar.
Nach diesem zweistündigen Spaziergang kehrte die Gruppe noch im nahegelegenen Restaurant Zum Eibenwald zu einem gemütlichen Beisammensein ein.



