Am 13. März 2026 unternahm der Frauenbund Tutzing einen Ausflug nach Pähl, um die neue Produktionshalle der Bäckerei Kasprowicz zu besichtigen. Die Führung übernahm Andreas Eggert aus der Verwaltung, der früher selbst in der Produktion tätig war und heute mit großer Begeisterung Besuchergruppen durch den Betrieb führt. Er berichtete über die Entwicklung des Familienunternehmens, das vor rund 50 Jahren von Fritz Kasprowicz und seinem Sohn Julian in Inning gegründet wurde, später in Kerschlach ansässig war und seit 2004 in Pähl produziert. Die moderne Produktionshalle erleichtert viele Arbeitsabläufe und hilft, das körperlich anspruchsvolle Bäckerhandwerk für die Mitarbeiter angenehmer zu gestalten.
Besonders wichtig sind dem Betrieb regionale Rohstoffe und die enge Zusammenarbeit mit Lieferanten und Mühlen. Das Korn wird von Bauern der Umgebung auf den Feldern rund um den Betrieb angebaut und wird zum Mahlen in die Mühle nach Sindelsdorf gebracht. Die Saaten kommen von einem spezialisierten Betrieb aus Donauwörth und die Eier von einem Hühnerhof bei München aus Freilandhaltung. Man kennt sich und hat gegenseitig hohes Vertrauen in die Kooperationen.
Für die Brote verarbeiten sie Frischei und das ist ihnen auch wichtig. Bei 2300 Brote manchmal 5000 Eier täglich. Die Brote erhalten durch lange Ruhezeiten von bis zu 24 Stunden ihren Geschmack und werden dadurch bekömmlicher. Rund 70 Mitarbeiter arbeiten in der Produktion im Zwei-Schicht-Betrieb, insgesamt beschäftigt die Bäckerei etwa 300 Menschen in 22 Filialen und im Café am Werk. Moderne Technik, Energie-Rückgewinnung und eine Photovoltaikanlage sorgen zudem für effiziente und nachhaltige Abläufe.
Im Anschluss an die interessante Führung genossen die Teilnehmerinnen ein spätes Frühstück mit den Produkten der Bäckerei und tauschten sich über das Gehörte aus.



Danach führte der Ausflug weiter zur Mühle von Ignaz Jochner nach Wilzhofen. Der Müller erklärte anschaulich die Arbeit in der fast 100 Jahre alten, wasserbetriebenen Mühle. Die Besucherinnen konnten das Getreidelager sehen und verfolgen, wie das Korn gemahlen und schließlich als Mehl wieder in Säcken abgefüllt wird. Neben der Mühle wird auch ein Sägewerk mit Wasserkraft betrieben.



Zum Abschluss nutzten viele Frauen die Gelegenheit zum Einkauf im Mühlenladen mit seiner großen Auswahl an Mehlen, Saaten und Backmischungen. Auch Dinkelmehl für die kommende Solibrot-Aktion wurde dort besorgt. Der gelungene Ausflug bot viele interessante Einblicke in traditionelles Handwerk und regionale Lebensmittelproduktion.

