Im Rahmen eines inspirierenden Workshops der vom Frauenbund Tutzing am 28. April 2026 im Roncallihaus Tutzing angeboten wurde, führte Petra Wurdack, eine erfahrene Referentin, in die Welt der Naturkosmetik und Aromatherapie ein. Im Mittelpunkt standen ätherische Öle – hochkonzentrierte Pflanzenessenzen, die nur von etwa 20 von rund 300 Pflanzenfamilien gebildet werden. Diese Öle dienen den Pflanzen ursprünglich zur Abwehr von Schädlingen und sind entsprechend wertvoll. Besonders hochwertige, biologisch gewonnene Öle haben ihren Preis: So benötigt man beispielsweise etwa eine Tonne Rosenblüten, um eine kleine Menge Rosenöl herzustellen – bevorzugt aus alten Sorten.
Die Herstellung erfolgt auf verschiedene Weise, etwa durch Wasserdampfdestillation bei Temperaturen zwischen 40 und 80 Grad oder durch Extraktion mit Alkohol, der sich später wieder von der Essenz trennt. Auch klassische Methoden wie das Zerstoßen von Pflanzenteilen im Mörser oder das Ansetzen von Ölauszügen wurden vorgestellt.
Die Teilnehmerinnen lernten, wie sich Naturkosmetik einfach selbst herstellen lässt und durften ganz persönliche Wohlfühl-Peelings und Badesalze für sich zusammenstellen. Für Ölauszüge eignen sich beispielsweise Jojoba-, Oliven-, Hanf- oder Sonnenblumenöl. Blüten werden in ein Glas gegeben, mit Öl übergossen und mehrere Wochen – etwa am Fenster – ziehen gelassen. Wichtig dabei: hygienisches Arbeiten, etwa durch das Auskochen der Gläser. Ein Beispiel ist Johanniskrautöl, das im Sommer angesetzt wird und im Winter gegen Stimmungstiefs helfen kann – jedoch sollte es nicht vor dem Sonnenbaden angewendet werden.
Auch die Wirkung verschiedener Kräuter wurde anschaulich erklärt: Salbei stärkt, Lavendel beruhigt, Thymian und Rosmarin helfen bei Husten, während Rosenholz für Geborgenheit sorgt. Fenchel wirkt entkrampfend, etwa als Badezusatz. Pfefferminze eignet sich besonders für Inhalationen, während Eukalyptus und Thymian antibakteriell wirken. Der ganze Raum wurde mit einen herrlichen Duft gefüllt.
Ätherische Öle können über die Haut, das Lymphsystem oder die Atmung aufgenommen werden und entfalten so ihre Wirkung im gesamten Körper. Ihre Anwendung erfordert jedoch Sorgfalt – insbesondere die innere Einnahme sollte nur unter fachkundiger Anleitung erfolgen.
Neben kosmetischen Anwendungen wie Rotklee gegen Falten oder Birkenauszüge für trockene Haut wurden auch Hausmittel gegen Beschwerden vorgestellt: Nelkenöl wirkt desinfizierend und unterstützt die Wundheilung, Lavendel hilft bei Insektenstichen, und Schöllkraut kann bei Warzen eingesetzt werden. Selbst Zahnpasta oder Mundwasser lassen sich mit Kräutern wie Rosmarin und Pfefferminze herstellen.
Ein besonderer Fokus lag auf der ganzheitlichen Wahrnehmung von Pflanzen – ihrem Duft, ihrer Wirkung und ihrem „Charakter“. Die Referentin ermutigte dazu, mit Pflanzen zu experimentieren und eigene Erfahrungen zu sammeln.
Die Teilnehmenden zeigten sich begeistert von der Vielfalt der Anwendungen und dem neu gewonnenen Wissen. Der Workshop endete in geselliger Runde – mit einem herzlichen Dank an die Referentin und einer Flasche Hauswein als Anerkennung.