Mit einem festlichen Gottesdienst feierte die Pfarrgemeinde ihr Patrozinium zu Ehren des Heiligen Josef. Zu Beginn zogen Fahnenabordnungen feierlich in die Kirche ein, der Kinderchor und der Kirchenchor übernahmen die musikalische Gestaltung und verliehen der Messe einen besonders würdevollen Rahmen.
In seiner Predigt stellte Pfarrer Peter Seidel den Kirchenpatron als „einen Stillen im Hintergrund“ in den Mittelpunkt. Josef habe ursprünglich einen anderen Lebensplan gehabt: als Handwerker mit seiner Familie ein ruhiges Leben in Nazareth zu führen. Doch mit der Schwangerschaft Marias änderte sich alles. Josef sei bereit gewesen, seinen eigenen Plan zurückzustellen und Platz zu machen für etwas Größeres.
Dabei stellte der Pfarrer die Frage, wie Menschen heute mit Brüchen im Leben umgehen, wenn der eigene „Plan A“ scheitert. Die Botschaft: Gott gehe auch dann mit den Menschen weiter. Josef stehe beispielhaft dafür, im Hintergrund zu wirken – als Beschützer, als Ermöglicher, als einer, der einfach das tut, was gerade nötig ist.
Gerade in der heutigen Gesellschaft sei Josef der Patron all jener, „die den Laden am Laufen halten“: Ehrenamtliche, sozial Engagierte und viele Menschen, die ohne großes Aufsehen Verantwortung übernehmen. Sein Glaube sei nicht kompliziert gewesen, betonte der Pfarrer. Josef habe angepackt, ein Haus gebaut und für seine Familie gesorgt. Glaube bewähre sich im Alltag – darin, Arbeit mit Liebe und Sorgfalt zu tun.
So sei der Heilige Josef kein Held der Vergangenheit, sondern ein Vorbild für alle, die sich klein fühlen oder im Hintergrund wirken. Er ermutige dazu, den Mut zu haben, eigene Pläne zu korrigieren und darauf zu vertrauen, dass auch unscheinbares Tun wertvoll ist. Möge Josef helfen, die leisen Pläne Gottes im eigenen Leben zu erkennen.
Im Anschluss an den Gottesdienst wurde der Josefs-Brunnen wieder zum Sprudeln gebracht. Mit einem Glas Sekt stießen die Besucher auf den Feiertag der Pfarrgemeinde an. Die Ministranten verkauften frisch gebackene Kirchweih-Nudeln, während der Frauenbund Solibrot zugunsten der MISEREOR anbot.
Es war ein bewegter Festtag mit vielen Gästen und lebendiger Gemeinschaft.
