Die 11. Lichterkette am 27. Februar 2026 in Tutzing setzte unter dem Motto „Light up“ auch in diesem Jahr ein starkes Zeichen für Frieden, Freiheit, Demokratie, Hoffnung, Respekt, Glaube, Toleranz und Miteinander. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger versammelten sich, um gemeinsam ein leuchtendes Bekenntnis zu diesen Werten abzulegen.
Die Veranstaltung begann mit einem Eröffnungslied „Zwischen Himmel und dem Land“ von Klaus Nagel und Susanne Mössinger, das alle Anwesenden zum Mitsingen einlud. Pfarrer Peter Seidel eröffnete den Abend mit eindringlichen Worten: Menschen mit Glauben und Gottesliebe machten den Unterschied – sie zeigten Toleranz, suchten den Dialog und lebten Menschlichkeit. Die Organisatoren zeigten sich dankbar, dass Alexander Netschajew die Moderation übernommen hatte. Er führte durch das abwechslungsreiche Programm und stellte die einzelnen Beiträge vor.
Für das leibliche Wohl sorgten die Katholische Kirchengemeinde mit Glühwein und Hotdogs sowie der Frauenbund mit Suppe. Das W-Seminar des Gymnasiums gestaltete einen thematischen Stand, der zum Austausch und Nachdenken einlud.
Musikalisch wurde der Abend von zahlreichen Schulen bereichert: Die Ukulele-Klasse der Realschule unter der Leitung von Felix Eule spielte und sang ein Lied, die Wahlfachklasse Chor der Realschule begeisterte mit „We are the World“. Die Grundschule brachte unter der Leitung von Matthias Wende und Hanna Krause mit „The Adventure“ – einem Lied über das dem Leben Nachjagen – sowie „Es ist Zeit für den Frieden“ viel Schwung und Zuversicht auf die Bühne.

Die Hauptrede hielt der Direktor der Evangelischen Akademie Pfarrer Udo Hahn. Er betonte, dass auch die 11. Lichterkette ein Fest der Bürgerinnen und Bürger sei – aller, die zusammengekommen sind, um unübersehbar hervorzuheben, was sie verbinde, unabhängig von Herkunft, Nationalität oder Religion. Frieden, Freiheit und Demokratie seien für Viele selbstverständlich geworden. Doch ein Blick in die Geschichte zeige, dass dies in Deutschland während der nationalsozialistischen Diktatur keineswegs so war. Demokratie garantiere Vielfalt und ermögliche eine lebendige Zivilgesellschaft. Mit einem Zitat von Winston Churchill – „Die Demokratie ist die schlechteste Regierungsform, mit Ausnahme von all den anderen“ – unterstrich er, dass Demokratie zwar verbesserungsbedürftig, aber verteidigungswert sei. Er rief dazu auf, schon heute damit zu beginnen, sie aktiv zu stärken – durch Engagement und Beteiligung, etwa bei der Kommunalwahl am 8. März.

Im Anschluss sang der Chor „Blue Notes“ unter der Leitung von Waltraud Brod das Lied „Be a Light“. Lizzy Metz als Vertreterin des Unterstützerkreises griff Gedanken des Soziologen Hartmut Rosa auf und sprach von einem „hörenden Herzen“, das es in einer Demokratie brauche. Lilian Neff vom Jugendbeirat erinnerte daran, dass politische Spaltung auch auf Gemeindeebene das Miteinander beeinflusse. Demokratie lebe von Gemeinschaft und vom Dialog – deshalb sei es wichtig, dem Jugendbeirat zuzuhören und ihn aktiv zu unterstützen.
Das Gymnasium beteiligte sich mit einem Wort- und Musikbeitrag: Unter Leitung von Stefan Beck sangen Schülerinnen und Schüler „This Land is Your Land“ und animierten alle zum Mitsingen. Drei Schülerinnen erklärten eindrucksvoll, wie Gemeinschaft Positives bewirken könne.
Ein Workshop der evangelischen Kirchengemeinde zum Thema Demokratie mündete in einem gemeinsamen Kunstwerk. So erklärten Boris Innecken und Julia Seidel, dass unterschiedliche Menschen daran mitgewirkt hatten – jeder auf seine Weise, doch gemeinsam entstand ein vielschichtiges Bild. Es zeige, dass nicht immer Einigkeit herrschen müsse, sondern dass respektvolles Gespräch, Achtung der Würde des Nächsten und Kooperation entscheidend seien. Jedes Licht der Lichterkette stehe für Mut.

Zum Abschluss betonte Bürgermeister Ludwig Horn, die Veranstaltung sei ein klares Statement: nicht wegschauen, für Werte einstehen und mit dem eigenen Gesicht Flagge zeigen. Er dankte allen Mitwirkenden für die Vielfalt der Beiträge aus Wort, Lied und Kunst. Schülerinnen und Schüler der Createscool trugen Fürbitten in verschiedenen Sprachen vor, bevor Pfarrerin Beate Frankenberger und Pfarrer Peter Seidel gemeinsam den Segen spendeten.
So endete ein Abend voller Musik, Engagement und Hoffnung mit dem gemeinsamen Lied „We shall overcome“ – ein sichtbares Zeichen dafür, dass Demokratie vom Mitmachen lebt.


