


Die Karwoche wurde in der Pfarrei auch in diesem Jahr als besonders dichte und bewegende Zeit erlebt. Den Auftakt bildete der Palmsonntag, an dem Pfarrer Peter Seidel die unspektakuläre Ankunft Jesu in Jerusalem in den Mittelpunkt stellte: auf einem Esel, leise, nahbar und ohne Prunk. Die anfängliche Begeisterung der Menschen verflog schnell – ein Bild dafür, wie auch unser eigener Glaube manchmal schwankt. Dennoch, so die Botschaft, kommt Jesus zu uns, begleitet uns und bleibt an unserer Seite – auch in Unsicherheit und Zweifel.



Am Gründonnerstag stand der Abendmahlsgottesdienst ganz im Zeichen der Gegenwart Gottes. Auf die Frage von Pfarrer Seidel „Wo ist dein Gott?“ wurde deutlich: Für Christen ist Gott in Brot und Wein mitten unter uns. Es ist eine besondere „Brot-Zeit“, in der Jesus sein Leben für uns hingibt. Die Feier machte bewusst, wie sehr Teilen zum Wesen des Glaubens gehört – denn wer sein Brot nicht teilt, wird ungenießbar. In der Eucharistie wird die Gemeinschaft gestärkt und Heil erfahrbar, getragen von der unendlichen Liebe Gottes.



Der Karfreitag wurde in Stille begangen. Am Vormittag gingen die Kinder den Kreuzweg Jesu nach und gestalteten ihn mit symbolischen Gegenständen. In der Liturgie am Nachmittag gedachten die Erwachsenen des Leidens Jesu, verehrten das Kreuz und legten Rosen mit persönlichen Gebeten nieder. Das Heilige Grab in der Alten Kirche lud zum Innehalten, Nachdenken und Trauern ein.
Am Karsamstag feierten die Kinder mit ihren Familien in einem lebendigen Gottesdienst die Auferstehung Jesu und brachten bereits erste österliche Freude zum Ausdruck.



Der Höhepunkt war die Osternacht am frühen Morgen. Am Osterfeuer versammelt, erlebten die Gläubigen, wie das Licht der Osterkerze die dunkle Kirche erhellte und sich ausbreitete. Der Organist Werner Zuber ließ die verstummte Orgel wieder erwachen und brachte Freude in den Kirchenraum. Pfarrer Seidel ermutigte dazu, offen für neue Wege zu sein, festgefahrene Muster zu verlassen und wie die Jünger den Aufbruch zu wagen. Ostern bedeute, nicht am Vergangenen festzuhalten, sondern sich über neues Leben zu freuen. Mit den Worten von Hilde Domin „Federn lassen und trotzdem schweben“ wurde die Zuversicht gestärkt, dass Gott uns begleitet. So konnten die Gläubigen am Ende bekennen: „Jesus lebt!“
Den Festgottesdienst am Ostersonntag gestaltete der Kirchenchor unter der Leitung von Simone Jung die festliche Spaur-Messe von Mozart. Auch der Ostermontag stand im Zeichen des Aufbruchs: Beim Emmausgottesdienst, untermalt von Auszügen aus der „Missa Brasileira“, sorgten die Blue Notes unter der Leitung von Waltraud Brod für eine fröhliche und hoffnungsvolle Atmosphäre.