Die Frauen des Frauenbund Tutzing erlebten am 4. November 2026 einen besonderen Abend. Wir konnten dafür Christine Effenberger gewinnen. Sie erzählte zu Beginn des Trommelworkshops von ihrem Weg: Sie hat eine tanztherapeutische Ausbildung, sattelte vor 17 Jahren zur Bestatterin um und engagiert sich ehrenamtlich im Hospiz – als Trauerbegleiterin und in der Angehörigennachsorge. Das Trommeln ist ihr Hobby. Vor einigen Jahren besuchte sie mehrere Workshops dazu.
Es gibt unzählige Arten von Trommeln, erklärte sie: Ritualtrommeln, schamanische Trommeln und Rahmentrommeln. Für das gemeinsame Trommeln nutzten wir sogenannte Indianer-Trommeln. Die Referentin fasziniert daran der „Urton“, die Kraft der Mutter Erde. Der Klang beruhige, sagte sie. Er erinnere an einen Herzschlag oder an den Ton, den wir im Bauch unserer Mutter hören. Man müsse nichts können – alles komme von allein. Trommeln könne helfen, wenn es einem schlecht gehe: Man komme zu sich und finde seine Mitte.
Zum Einstieg leitete sie eine Meditation an. Wir sollten zuerst für uns selbst da sein und uns nicht vergessen. So könne Frieden entstehen, der sich von uns aus in unsere Umgebung und in die Welt ausbreite – unabhängig von Religion, Nation oder Herkunft.
Dann griffen wir zu den Trommeln. Jede von uns spielte in ihrem eigenen Rhythmus und auf ihre eigene Weise. Und doch entstand ein Gleichklang. Eine wohltuende Ruhe stellte sich ein, die Klänge verschmolzen zu einem gemeinsamen Ton. Man konnte sich ganz darin fallen lassen – meditativ und unglaublich eindrucksvoll.
Anschließend fragte Christine, wie es uns ergangen war. Jede hatte etwas anderes erlebt: Bei manchen löste das Trommeln Begeisterung aus, bei anderen Beruhigung oder auch Traurigkeit. Die Referentin lud uns ein, zwischendurch einfach nur zuzuhören. Sich „betrommeln“ zu lassen, gern auch im Liegen, sei wunderschön. Auch Singen und Tanzen seien willkommen – und es wurde beides ausprobiert.
Später erzählte sie vom heiligen Trommeln und bezog sich auf Steve Ash. Die Trommel könne den Weg freiräumen für alles, was im Weg stehe. So könne sich Schöpferkraft ausbreiten und etwas Neues entstehen. Jeder Schlag sei wie ein Besen, der die Aura durchdringe und die „Wolke des Verstandes“ verscheuche. Trommeln könne helfen, Beziehungen zu heilen – auch die Beziehung zu sich selbst. Das könne jeder auf eigene Weise wahrnehmen.
Als der Workshop zu Ende war, gingen wir alle sehr berührt, zufrieden und ruhig nach Hause. Es war ein tolles Erlebnis, das noch lange in uns nachklang!