Über 50 Kinder und Jugendliche feiern Erntedank und erinnern an den heiligen Franziskus
Was haben ein Apfel, ein Vogel und die Sonne gemeinsam? Sie alle erzählen davon, wie reich beschenkt wir sind und das ganz ohne Preisschild! Mit diesem Gedanken beschäftigten sich über 50 Kinder und Jugendliche beim Erntedank-Jugendgebet am Mittwoch, 8. Oktober, in der Pfarrkirche St. Joseph in Tutzing. Das Gebet fand im Rahmen der wöchentlichen Kinder- und Ministrantengruppenstunde statt.
Im Mittelpunkt stand ein Mann, der schon vor 800 Jahren wusste, was wirklich zählt: der heilige Franziskus von Assisi, hier gespielt von Jugendleiter Leon. Anlässlich seines 800. Todestages, der in diesem Jahr begangen wird, hatten Pastoralreferent Stefan Petry und seine Praktikantin Antonia Schedel ein Jugendgebet vorbereitet, das den Blick bewusst über den traditionellen Erntekorb hinauslenkte.
Franziskus, so erfuhren die jungen Gottesdienstbesucher, stammte aus wohlhabendem Haus und genoss zunächst das Leben mit allem, was dazugehört. Doch irgendwann entdeckte er einen ganz anderen Reichtum: die Schönheit der Natur, die Begegnung mit Menschen und die Freude an den kleinen Dingen. „Die Sonne schickt mir keine Rechnung. Der Vogel verlangt kein Eintrittsgeld für sein Lied. Und eine Blume fragt nicht, ob ich reich oder arm bin.“ Mit solchen Gedanken wurde deutlich, weshalb Franziskus die Sonne, das Wasser und sogar den Wind als seine Geschwister bezeichnete.
Dass Erntedank weit mehr bedeutet als Äpfel, Kartoffeln und Getreide, wurde auch im gemeinsamen Nachdenken deutlich. Denn zu den kostbarsten Geschenken gehören oft Dinge, die in keinem Geschäft zu kaufen sind: Freundschaft, Familie, Liebe, Gesundheit oder einfach jemand, der für einen da ist.
Doch beim Danken allein sollte es nicht bleiben. Wer die Welt als Geschenk betrachtet, geht schließlich anders mit ihr um. Lebensmittel nicht verschwenden, die Natur schützen, auf andere achten und mit denen teilen, die weniger haben. So kann aus Dankbarkeit konkretes Handeln werden. Eine Botschaft, die auch 800 Jahre nach dem Tod des heiligen Franziskus nichts von ihrer Aktualität verloren hat.
Für die musikalische Gestaltung sorgte Antonia Schedel, die mit ihrem Gitarrenspiel begeisterte und dem Jugendgebet eine besonders lebendige Atmosphäre verlieh. Gemeinsam wurde gesungen, gebetet und darüber nachgedacht, wie viel Grund es eigentlich gibt, dankbar zu sein.
Am Ende blieb ein kleiner Auftrag für den Alltag: Draußen einmal ganz bewusst stehen bleiben, einen Baum, eine Blume oder den Himmel anschauen und einfach sagen: „Danke, Gott!“
Eigentlich ganz einfach. Und vielleicht gerade deshalb eine Idee, die sich lohnt und das nicht nur an Erntedank.