Sabine Slawik regt zu mehr Nachhaltigkeit, bewusstem Konsum und christlicher Verantwortung an
Unter dem Titel „Eine Welt – EINE WELT – UNSERE WELT: Leben zwischen Genuss und kritischem Konsum“ hat der Weltladen Tutzing e.V., der Frauenbund Tutzing und die Pfarrgemeinde St. Joseph Tutzing Sabine Slawik eingeladen. Sie hielt am 28. Oktober 2026 einen eindrucksvollen Vortrag im Roncallihaus. Dabei zeigte sie auf, wie eng unser täglicher Konsum mit den Lebensbedingungen von Menschen weltweit, dem Schutz der Schöpfung und unserer Verantwortung als Christen verbunden ist.
Als Delegierte auf europäischer Ebene und engagierte Vertreterin des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) berichtete Slawik von ihrer Arbeit in verschiedenen Netzwerken und politischen Gremien. Die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, die Bewahrung der Schöpfung und ein solidarisches Miteinander seien wichtige Leitlinien ihres Engagements. Das Franziskus-Gedenkjahr erinnere daran, Verantwortung für die Welt zu übernehmen und zugleich Hoffnung zu bewahren. „Jeder einzelne Mensch trägt ein Stück von Gott in sich“, betonte sie.
Ein besonderes Anliegen war ihr die Unterstützung der regionalen Landwirtschaft. Im Rahmen des Jahres der Frauen in der Landwirtschaft hob sie die wichtige Rolle von Frauen bei der Lebensmittelproduktion und regionalen Vermarktung hervor. Verbraucherinnen und Verbraucher könnten durch bewusste Kaufentscheidungen viel bewirken. Denn wenn heimische Landwirte ihre Erzeugnisse nicht verkaufen können, obwohl sie diese mit großem Aufwand produziert haben, gerate die Landwirtschaft unter Druck. Deshalb gelte es, regionale Anbieter zu unterstützen und Lebensmitteln einen angemessenen Wert beizumessen.
Auch internationale Solidarität nahm breiten Raum ein. Slawik stellte unter anderem die Solibrot-Aktion und den Frauenbund-Kaffee vor. Der Kaffee stammt aus Honduras, wo Frauen ihn von Hand auf den Plantagen ernten. Die Erlöse tragen dazu bei, unter anderem das Schulgeld für Kinder zu finanzieren. Gerade dort, wo Frauen häufig allein für ihre Familien sorgen müssen, seien solche Projekte besonders wichtig. Auch die Unterstützung von Weltläden und Hilfswerken wie Missio, Misereor und Renovabis könne konkrete Verbesserungen ermöglichen.
Ausführlich ging die Referentin auf das Lieferkettengesetz ein. Ausgangspunkt für das Engagement waren unter anderem die katastrophalen Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie und der Einsturz eines Gebäudes in Bangladesch. Der Frauenbund habe sich gemeinsam mit vielen anderen Akteuren für faire Produktionsbedingungen eingesetzt. Daraus seien Initiativen wie das Textilbündnis und das Siegel „Grüner Knopf“ hervorgegangen. Auch wenn die Umsetzung des Lieferkettengesetzes aufwendig sei, bleibe das Ziel wichtig: keine Kinderarbeit, faire Arbeitsbedingungen und mehr Verantwortung entlang der gesamten Lieferkette.
Darüber hinaus sprach Slawik über den verantwortungsvollen Umgang mit Wasser, nachhaltige Geldanlagen, zertifizierte Kleidung und die Auswirkungen unseres Reise- und Konsumverhaltens. Auch auf kommunaler, Landes- und Bundesebene gebe es zahlreiche Möglichkeiten, Veränderungen anzustoßen – beispielsweise durch regionale und saisonale Lebensmittel, Bio-Angebote in Kindertagesstätten oder faire Geschenke bei Veranstaltungen.
Ein wichtiger Teil ihrer Arbeit sei zudem das Engagement im „Eine Welt Netzwerk Bayern“. Die zunehmenden Haushaltskürzungen erschwerten dort die Arbeit, da wichtige Projekte und Promotorinnenstellen nicht mehr ausreichend finanziert werden könnten. Umso wichtiger sei es, Netzwerke und soziale Initiativen zu unterstützen und das Bewusstsein für globale Zusammenhänge in die Bevölkerung zu tragen.
Zum Abschluss ermutigte Sabine Slawik die Frauen, sich weiterhin einzubringen, aufmerksam zu bleiben und auch den eigenen Konsum kritisch zu hinterfragen. Dabei dürfe neben allem Einsatz die Freude nicht zu kurz kommen: Gemeinsames Feiern sei wichtig, damit das ehrenamtliche Engagement nicht zur Belastung werde. Besonders die Jugend müsse in die Arbeit einbezogen werden, denn sie gestalte die Welt von morgen.
Ihre zentrale Botschaft lautete: Zuhören, wahrnehmen und handeln. Jeder könne durch kleine und bewusste Entscheidungen einen Beitrag leisten, damit unsere Welt auch für kommende Generationen lebenswert bleibt. Den Abschluss bildete ein Text anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des KDFB.