Der Gottesdienst am 22. Februar wurde vom Team der Notfallseelsorger des Landkreises Starnberg mitgestaltet. Im Mittelpunkt stand das Evangelium von den anvertrauten Talenten. Das Team teilte mit der Gemeinde seine Gedanken darüber, was dieses Gleichnis heute für uns bedeutet.
Zur Zeit Jesu war ein Talent eine Maßeinheit – ein stattlicher Geldbetrag. Heute verstehen wir darunter eine Gottesgabe, eine besondere Befähigung, die in jedem Menschen steckt. Es ist ein Kompliment Jesu an uns: Jeder Mensch ist begabt. Bei jedem zeigt sich diese Gabe anders – groß und strahlend auf ganz eigene Weise. Jeder darf sich an seiner Gabe freuen und sie wirken lassen. Denn Talente sind Gottes Geschenk, himmlische Gaben. Das größte Talent, so wurde betont, ist oft die eigene Zeit. Je mehr wir davon einsetzen, desto mehr wächst – das ist die Logik des Himmelreichs.
So verstand sich auch das Team der Notfallseelsorge an diesem Tag als „Talentjäger“. „Wir suchen Sie“, lautete die Einladung an die Gläubigen. Wer Zeit zum Zuhören hat oder Stille aushalten kann, wer für Menschen in Not da sein möchte, ist willkommen. Die Gemeinde wurde ermutigt, in der eigenen „Talentkiste“ zu graben und zu überlegen, welche Gabe sie vielleicht für diesen Dienst zur Verfügung stellen kann.
17 Frauen und Männer engagieren sich derzeit in der Notfallseelsorge im Landkreis Starnberg. In enger Zusammenarbeit mit Feuerwehr, Notärzten und anderen Einsatzkräften helfen sie, wenn die Seele in Not ist: bei häuslichen Todesfällen, beim Überbringen schlimmer Nachrichten, nach Gewalt oder Überfällen, bei Großeinsätzen – in den dunkelsten Stunden des Lebens. Sie hören zu, halten aus, aktivieren das soziale Netz der Betroffenen, gestalten Gebets- und Abschiedsrituale und vermitteln weiterführende Hilfe. Ihr Dienst ist gelebtes Talent – geschenkte Zeit für andere.
Lassen Sie sich ansprechen von diesem Dienst, gehen Sie in sich, ob Sie ein Talent dafür haben, diesen Dienst zu tun und melden Sie sich. Ihre Hilfe wird dankbar angenommen.